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Samstag, 23. März 2019

Couch-Geschichten

Ohne sie wäre unser Leben ärmer. Wären die Simpsons ihrer Anfangsszene beraubt und die Psychoanalyse nicht möglich. Die Couch - Kultobjekt und Möbelstück.

Sofa, Couch, Kanapee, Ottomane, Wohnlandschaft, Recamiere, Chaiselongue … Willkommen in der Artenvielfalt der gepolsterten Sitz-Liege-Lümmel-Ruhestatt. Es scheint, als hätte seit der Antike – der Erfindungsort liegt irgendwo zwischen Ägypten, Mesopotamien und Rom – keine Epoche die Couch als Möbelstück ausgelassen und zudem modifiziert. Kaiser und Könige regierten von gepolsterten Sitzgelegenheiten aus, die Römer und Griechen genossen ihre Mahlzeiten auf mit Gurten bespannten Stein- oder Holzliegen und das Frankreich der Aufklärung saß auf üppig ausladenden Ottomanen – da fand dann auch noch der Reifrock seinen Platz. Wenn wir uns also heute, hier und jetzt zu unserer Wohnlandschaft hingezogen fühlen, ist dies nicht nur ein profanes Bedürfnis, es ist ein Bedürfnis das in der menschlichen Evoltutionsgeschichte seinen Ursprung hat. Eigenartig, dass noch niemand die „Und-jetzt-die-Beine-hochlegen-Gene“ gefunden hat. Sie müssen ja irgendwo sein. Ich vermute eines hinten unten am Gesäß und zwei andere jeweils direkt auf den Augenlidern. Wie sollte ich es mir anders erklären, dass diese Körperteile beim Anblick der Polsterlandschaft überfallartig an Gewicht zulegen. Zack. Wumm. Uff.

Couch-Geschichten  - Couch und Kernen Couch-Geschichten  - Couch mit Kachelofen

Sitzen, liegen, fläzen, lümmeln, schlummern, schlafen … was tun wir nicht alles so auf unserer Couch. Die Literatur wäre um viele Kapitel ärmer, gäbe es sie nicht. Die Kunst wäre um viele Bilder und Objekte betrogen und der Film kommt schon gar nicht ohne ein Sofa aus. Ohhh, wie viele mehr oder weniger hinreißende Verführungsszenen hätten wir verpasst. Ok, ok, ja, wir hätten uns auch einige „Schatz-wir-müssen-reden-Szenen“ erspart. Aber das ist nichts, was der Couch zur Last gelegt werden kann. Sie kann ja nichts dafür, dass sie da ist, wenn Menschen zueinander kommen und voneinander gehen. Sie ist ein Ort, der sich gegenüber Verführung und Geständnis neutral verhält. Eine Couch ist eben auch nur eine Couch ….

… und als solche ist sie wunderbar! Denn sie erlaubt uns eine Körperhaltung zwischen sitzen und liegen, einen Zustand zwischen wachen und schlafen, sie erlaubt uns das Denken und das Träumen, etwas ungehalten wird sie allerdings bei einem Ketchupfleck. (Mist, passiert! Na, dann legen wir eben noch ein weiteres Zierkissen hinauf oder drapieren die Tagesdecke um.)

Couch-Geschichten  - Couch und KerzenCouch-Geschichten  - Buch auf Couch

Es wundert mich ja jedes mal aufs Neue, dass das Sofa der Simpsons auch nach 30 Jahren noch immer wie neu aussieht. Womit wir bei den Berühmtheiten unter den Polstermöbeln angelangt sind. Bart. Maggie, Lisa und Marge lassen sich auf die Couch plumpsen, am Schluss kommt dann auch noch Homer dazu, wodurch Bart wieder aus dem Kissen geschleudert wird … und so weiter und so fort. Knapp dreißig ganze Jahre lang und das Sofa hält das aus. Steht immer noch im Zimmer in seinem undefinierbaren Braun, keiner möchte es vermutlich haben und dennoch ist es berühmt. Knapp dahinter rangiert die Couch von Sigmund Freud. Sie ist 186 Zentimeter lang und 83 Zentimeter breit, der weiße Leinenbezug hat schon bessere Zeiten gesehen und genau genommen ist die Couch keine Couch, sondern ein Ottomane. Aber Hand aufs Herz: Legen Sie sich bitte auf den Ottomanen klingt nicht so flott wie: Legen Sie sich bitte auf die Couch.

Und an dritter Stelle: Ja, genau, da kommt die ganz persönliche Kuscheloase, die sich zu Hause befindliche Couch, das Sofa meiner Tagträume, Lesestunden, Telefongespräche. Das Ziel nach langen Tagen, ein Freund wenn’s draußen regnet oder schneit, Labsal für den inneren Schweinehund, persönliche Akku-Ladestation, Bühne meiner Passivitätskultur, Kulisse für ….
Wann sind eigentlich die Couch-Potatoes reif?

Couch-Geschichten  - Decke auf CouchCouch-Geschichten  - Couch

Also dann: Beine hochlegen und .... ahhhhh .... danke für deinen lieben Besuch sagt Elisabeth von Living & Green.

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