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Samstag, 23. Juni 2018

Im Porträt: Der Kürbis

Ein Kürbis ist kein Gemüse. Ein Kürbis ist auch kein Obst. Ein Kürbis ist gar keine Pflanze. Ein Kürbis ist ein Haustier! Oder haben Sie etwa andere Erfahrungen gemacht?

Im Porträt: Der Kürbis - Kürbis

Ein Kürbis ist kein Gemüse. Ein Kürbis ist auch kein Obst. Ein Kürbis ist ein Haustier. Das beginnt damit, dass ihm zuerst zwei Ohren wachsen, wenn er wächst. Zwei grüne Ohren, die neugierig in die Welt lauschen, in die er bald darauf laufen wird. Nach den grünen Ohren gewinnt er an Umfang und entwickelt einen stacheligen Pelz. Mag er, laut Klassifizierung, zwar zur Familie der Cucurbitaceae gehören, zu den Cucurbitales, den Kürbisartigen also, so gleicht er in seinem Charakter und in seinem Verhalten weniger einem Gemüse als einem Tier. Ein Kürbis ist wie ein Rauhaardackel. Liebenswürdig, unschuldig und lernresistent. Zudem hat ihm die Schöpfung ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein geschenkt. Hier wohne ich, sagt ein Kürbis, und besetzt Plätze, die streng genommen jemand anderem gehören. Das tut ein Rauhaardackel auch. Beide sind Meister in Raum beanspruchen, Gebietsansprüche stellen und beide erobern, wenn man nicht aufpasst, im Nu für sie ursprünglich nicht zugedachtes Terrain. Dem Kürbis ist es egal, ob das eine Hecke ist, eine Rasenfläche, ein Blumenbeet, eine alte englische Rose. Es ist ihm auch gleichgültig, dass hinter dem Gartenzaun das Nachbargrundstück beginnt, einmal losgelassen rennt er überall hin, als hinge sein Leben davon ab. Dieses Klagelied singt übrigens schon die Weide in einer von Leonardo da Vincis Allegorien. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als einen Kürbis als Partner und als sie ihn hatte, übernahm er das Regiment.

Im Porträt: Der Kürbis - KürbisIm Porträt: Der Kürbis - Kürbis

Hier gleicht er dem Rauhaardackel, als wären sie ein Zwillingsbruderpaar. Ich will hinaus, ich will hinein, ich will nicht rechts laufen sondern links. 10.000 v. Chr., so heißt es, wurde der Kürbis vom Menschen domestiziert. Über 12.000 Jahre Menschheitsgeschichte konnten ihm nicht beibringen, ordentlich in Bahnen zu wachsen, in Reih und Glied, wie Salat oder Radieschen, wie Kartoffeln und Lauch. Aus dem frühen 18. Jahrhundert gibt es erste Hinweise auf so etwas wie einen Dachs-Krieger oder Dachs-Kriecher, was annehmen lässt, dass der Dackel seit mehr als 200 Jahren mit dem Menschen zusammen lebt. Und ich höre NEIN!!! und PFUI!!! und KOMM SOFORT HER!!! und WIRST DU DAS LASSEN!!! und WIRST DU WOHL HERKOMMEN, JETZT!!! und dann höre ich eine resignierte Erklärung, dass der Hund einfach nicht folgt. Kürbisse und Rauhaardackel sind eben Wesen mit einem eigenen Kopf.

Selbst in der Kunst stehen sie einander gleich. Beide hatten dafür wenig bis gar kein Talent. Was sehen wir auf den Stillleben der Alten Meister? Trauben, Pfirsiche, eine Melone, Kürbisse allerdings sehen wir selten bis nicht. Ein Schicksal, das der Rauhaardackel mit ihnen teilt. Auf Portraits sind die Hunde der Herrschaft entweder edel und groß oder klein, wuschelig und süß. Die Gemälde der adeligen Fuchsjagd werden vom English Foxhound dominiert und selbst Andy Warhol, ein ausgewiesener Dackelfreund wie man sagt, hat nur seinen glatthaarigen Bruder porträtiert. Das Märchen spart ihn gleich völlig aus. Der Kürbis darf sich in Aschenbuttel wenigstens in eine Kutsche verwandeln und das liebreizende Geschöpf ins Schloss des Prinzen führen. Das wird wohl gegen Ende Oktober gewesen sein. Denn da hat der Kürbis seinen großen Auftritt. Er steht als leuchtende Fratze zur Abschreckung böser Geister vor der Türe. Das wiederum tut der Rauhaardackel auch, nur dass er nicht leuchtet, sondern knurrt, bellt und notfalls auch ein wenig zwickt.

Im Porträt: Der Kürbis - Kürbis

Anzucht und Pflege

Kürbisse sind wärmeliebend, nährstoffliebend, sonnenliebend und brauchen Platz. Sie sind pflegeleicht und lassen sich ohne großen Aufwand aus Samen ziehen. Aussaat ab Mitte April auf der Fensterbank oder im Gewächshaus, ab Mitte Mai (wenn die Nachtfrostgefahr vorüber ist) im Freiland. Dazu werden die Samen ca. 2-3 cm tief in reine Komposterde gesteckt. Erde feucht halten, nicht zu nass! Da Kürbisse nährstoffliebend sind, empfiehlt es sich, das Kürbisbeet mit reichlich Komposterde, auch halb verrottetem Kompost, anzureichern. Achtung: Schnecken lieben junge Kürbispflanzen, also: Vorsorge treffen. Zum Schutz kann man z. B. am Abend ein Marmeladeglas über die Pflanzen stülpen. Das schützt auch gegen späte Fröste. Bei trockenem Wetter reichlich gießen.
Kürbisse tragen sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die weiblichen sind daran zu erkennen, dass sie bereits einen deutlichen Fruchtansatz tragen. Sie müssen allerdings mit den Pollen der männlichen Blüten bestäubt werden, um auszureifen.
Da die meisten Kürbissorten gerne ranken, eignen sie sich auch wunderbar als Sichtschutzpflanzen und können auf Zäunen, Pergolen und anderen Rankhilfen gezogen werden. Selbstverständlich gedeihen sie auch in Töpfen auf dem Balkon.

Die besten Kürbissorten für Feinschmecker:

Hokkaido, Muscade de Provance, Sweet Dubling, Butternuss, Delicata, Ungarischer Blauer auch Bleu de Hongrie

Die attraktivsten Kürbissorten zum Dekorieren:

Turbankürbis und Mini Red Turban, Marenka, Weißer Ufo, Baby Boo, Sunshine, Schwan, Indian Mix, Dornenkrone, Flaschenkürbs, Bleu de Hongrie

Schnell gemachte Dekoration mit Kürbissen finden sie hier!

Kürbisrezepte für Genießer finden Sie hier!

Im Porträt: Der Kürbis -

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