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Sonntag, 16. Dezember 2018

John Fante *Little Italy*

Diese Geschichten sind stark und gut und warm! Das schrieb Charles Bukowski über die Literatur von John Fante. Das stimmt. Seine Figuren wandern geradewegs durch die Augen ins Herz. Little Italy von John Fante – der Buchtipp der Woche. John Fante *Little Italy*  - John Fante Little Italy

Amerika in den 30er Jahren. Das Land steckt mitten in der Wirtschaftskrise, die Tanzbands spielen Jazz und Swing, die ersten Frankensteinfilme kommen in die Kinos und John Fante schreibt Geschichten über italienische Einwanderer. Gestrandete in einer besser geglaubten Welt. Arm und streng katholisch, mit den besten Makkaroni auf dem Tisch und einer ordentlichen Tracht Prügel für ungezogene Jungs. John Fante kennt diese Menschen mit ihren Sehnsüchten und Minderwertigkeitskomplexen, mit ihren Träumen und deren Verhinderungen gut. In Little Italy erzählt er aus seiner Kindheit in Colorado. Über seinen Vater, der Maurer war, ein braver Arbeiter, ein Italo-Macho wie er im Buche steht, ein wenig ungehobelt mit charmantem Kern. Über seine Mutter, die mit einer zähen Geduld die Hausarbeit verrichtet und an das Gute in ihren Kindern glaubt. Über seine zahlreichen Konflikte mit den Lehrerinnen – allesamt Nonnen – in der katholischen Schule und seinem Traum ein Baseball-Profi zu sein.

John Fante *Little Italy*  - John Fante Little Italy

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In klassischen Short Stories dokumentiert John Fante soziale Realität und Jugendstreiche zugleich. Seine Helden sind kleine Jungs, die sich mit kleineren und größeren Rebellionen durch die Erwachsenenwelt schummeln, die dem Pfarrer rote Tinte statt Wein in den Kelch schütten, im Kommunionsunterricht Kaugummi kauen und beim Lebensmittelhändler Süßigkeiten klauen. Danach setzt es immer eine Tracht Prügel, ein paar Stunden Nachsitzen in der Schule und nach der Beichte zehn Gegrüßet seist Du Maria und den Rosenkranz. Das alles erfordert echten Heldenmut.

John Fante *Little Italy*  - John Fante Little Italy

Little Italy ist die bisher umfangreichste Sammlung an Short Stories, die von John Fante in deutscher Sprache erschienen ist und für alle, die den Autor noch nicht kennen, eine wunderbare Einstiegsdroge in dessen Literatur. Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, der bei all den Mühen nie den Glutkern der Zärtlichkeit vergiss. Er liebt seine Figuren und schafft es mit seiner bestechend genauen Sprache sie uns ins Herz zu schreiben. Gerne würde man sich zu ihnen an den Tisch setzen, eine Portion Makkaroni auf seinen Teller laden, egal ob der Haussegen gerade hängt oder schief.

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„Mit überwältigender Schlichtheit vermischten sich Humor und Schmerz", schreibt Charles Bukowski im Vorwort zu Little Italy über seine erste Begegnung mit der Literatur von John Fante. Das war in den 70er Jahren. Fante hatte zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Erzählungen und Romane veröffentlicht, freute sich über eine Zahl von Bewunderern, der große literarische Durchbruch war ihm allerdings versagt geblieben. Um Geld zu verdienen war er dort gelandet, wo Autoren „getötet" werden – wie er es in einem Brief an seinen Lektor ausdrückte – in der Drehbuchschreib-Maschinerie von Hollywood. Den „wahren" John Fante finden die Leser in seiner Prosa. Er ist wirklich eine Entdeckung wert.

Little Italy von John Fante, aus dem Amerikanischen von Kurt Pohl und Rainer Wehlen ist im kleinen, wie feinen MaroVerlag erschienen.

https://www.maroverlag.de/

John Fante *Little Italy*  - John Fante Little Italy

Viel Freude beim Lesen wünscht Elisabeth von Living & Green. Danke für deinen lieben Besuch. Es ist immer eine Freude!
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