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Samstag, 23. Juni 2018

Hough *Zeltlager für Stadtindianer*

Als Kind war ich Nscho-tschi und habe - entgegen der literarischen Vorlage -Old Shatterhand das Pferd geklaut. Und heute? Heute picknicken wir im Indianerzelt und kramen ein paar Erinnerungen hervor.

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im Indianerzelt

Meine Schwester hat Karl May verschlungen. Meine Schwester hat Durchs wilde Kurdistan gelesen und Durch die Wüste. Mit Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar war sie auf du und du. Meine Schwester verschwand zwischen den Seiten von Winnetou eins, zwei und drei, hätte es noch vier, fünf und sechs gegeben wäre sie erst nach Jahren wieder aufgetaucht. Meine Schwester liebte die Geschichten von Karl May. Als ich dann in das adäquate Alter aufrückte, las ich Winnetou eins und las und las und als nach gefühlten 100 Seiten die Sonne noch immer nicht untergegangen war beschloss ich: Das ist keine Lektüre für mich. Denn ich hatte mit einem Sonnenuntergang im Buch mindestens vier Sonnenuntergänge in meiner Realität verbraucht und es war jedes Mal dunkle Nacht geworden und bei Karl May hing immer noch ein orange-roter Himmel über der Prärie.

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im IndianerzeltHough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im Indianerzelt

Aber Indianer spielen, das liebte ich heiß. Wann auch immer die Nachbarskinder in unseren Garten einfielen, begann die wilde Jagd. Wir hatten uns Pfeil und Bogen gebastelt, mit Wasserfarben eine Kriegsbemalung gemacht und einiges von Omis Arnikaschnaps zur Desinfektion von Schürfwunden verbraucht. Ich war Nscho-tschi, mein Pferd hieß Hatatitla, ich hatte es von Old Shatterhand geklaut. Das war die Zeit, in der meine Mutter nie sagte, ich solle doch bitte Schnittlauch oder Petersilie oder Salat aus dem Garten holen. Sie sagte: Komm, reite doch schnell einmal in den Garten und hol mir einen Kopf Salat. Meine Mutter war klug. Über ein paar Jahre hinweg steckte sie mich zu Sommerbeginn in kurze, rote Lederhosen, weil sich alles Andere ohnehin sofort von selbst zerstörte. Erst im Herbst zog ich sie wieder aus. Speckig und fleckig waren sie geworden. Ich war also eine Nscho-tschi in roten Lederhosen und mit kurzen, blonden Haaren, aber das war egal. Ich war die Schwerster von Winnetou und das galt wie ein großes Indianer-Ehrenwort. Natürlich war ich unsterblich in Old Shatterhand verliebt, das lernte ich aus den Winnetoufilmen. Kam einer davon im Fernsehen, war das ein Ereignis. Aufgeregt ritt ich mit Pierre Brice, alias Winnetou um die Wette. Meine Mutter hingegen war ein Fan von Sam Hawkens und konnte herzhaft lachen, wenn er wieder einmal seine Perücke verlor.

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im IndianerzeltHough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im Indianerzelt

Echt wollte das mit dem Verlieben übrigens nicht so recht funktionieren, weil der Nachbarjunge einfach nicht aussah wie Lex Barker und ich, wie schon gesagt, eine Nscho-tschi mit kurzen blonden Haaren und roten Lederhosen war. Außerdem wollte ich ohnehin kein richtiges Mädchen sein. Zu kochen, während die anderen aufregende Abenteuer erlebten, war mir damals schon fad. So wurde meine Mutter kurzer Hand in den Stand der Koch-Squaw gehoben und ich kämpfte Seite an Seite mit Winnetou und all den anderen Indianern gegen die weißen Eindringlinge in unser Land. Gegen meinen Vater also und gegen Besuch und natürlich gegen meine Schwester und deren Freunde auch. Und wenn es sich nicht ganz vermeiden lies, ritten wir in den Garten und holten Schnittlauch, Petersilie und Salat.

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im IndianerzeltHough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im Indianerzelt

Alles was ihr für das Zelt braucht, sind eine lange Stange und ausgediente Vorhänge. Für das Zelt wird die Stange – in diesem Fall eine Bohnenstange - an beiden Enden an einen Ast gebunden und mit den Vorhängen überspannt. Weil so ein Zeltlager immer auch ein klein wenig ein Provisorium sein muss, wurden alte Marmeladegläser und Dosen als Vasen benutzt.

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Flammkuchenfladen Rezept

Fingerfood für Indianer

Flammkuchenfladen mit frischem Gartengemüse und Basilikum

Für den Teig:
200 g Mehl
100ml Wasser
etwas Salz,
4 Eßl Olivenöl

Für den Belag:
Tomaten (Ochsenherz), gelbe Zucchini, gelbe Spitzpaprika, junger Fenchel, junge Schalotten, frisches Basilikum, Salz, langer Pfeffer, Haselnussöl

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Flammkuchenfladen RezeptHough *Zeltlager für Stadtindianer* - Flammkuchenfladen Rezept

Zubereitung Flammkuchenfladen mit Gartengemüse
Mehl mit Wasser, Salz und Olivenöl mit den Händen zu einem glatten Teig kneten und eine halbe Stunde ruhen lassen.
Tomaten, Zucchini, Paprika, Fenchel und Schalotten in dünne Scheiben schneiden, Basilikum hacken und den langen Pfeffer mörsern.
Den Teig in ca. faustgroße Stücke Teilen, diese dünn ausrollen, mit Haselnussöl bestreichen und dem Gemüse belegen, zum Schluss kommen das gehackte Basilikum, das Salz und der Pfeffer hinzu.
Backzeit: Bei 200 Grad ca. 8 bis 10 Minuten

Hough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im IndianerzeltHough *Zeltlager für Stadtindianer* - Picknick im Indianerzelt

Hough! Ich habe gesprochen! Elisabeth sagt herzlichen Dank für deinen lieben Besuch bei Living & Green. Wenn dir gefällt, was du hier liest und siehst … share it on Facebook, Pinterest, Google+ und nimm den Living & Green Button mit auf deine Homepage oder deinen Blog. Einen DICKEN DANK!




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